Thursday, March 20, 2008

Wepwep

Um das Geschrei etwas zu dämpfen, schreibe ich was kleines. Dabei passiert kaum was. Umgezogen und so, mich in Ikebukuro registriert, bis jetzt gescheitert, mich den Nachbarn vorzustellen (ich kann ja schlecht nach Mitternacht angetrunken aufkreuzen), mein zu hartes Bett mit einer weichen Matratze ausgerüstet (immer noch nicht ideal, aber immerhin nicht mehr schmerzhaft unbequem), und endlich wieder mal selber gekocht. Kartoffelsalat zum Beispiel. Ich würde auch gerne mal wieder ein anständiges Kalbsragout essen, aber sowas gibts hier leider nicht. Ich muss mal etwas detailliert danach suchen gehen.

Nerdspeak: Des weiteren habe ich meinen Spass mit Backtrack3 Beta und Aircrack-ng gehabt. Wenn man sein MacBook Pro von einer Linux-CD bootet und dann fünf Terminals offen hat, in denen unverständliche Befehle durchscrollen, Listen angezeigt werden oder Kommandos eingetippt werden, kommt man sich so richtig authentisch Hackermässig vor. Ganz toll. Leider sind gewöhnliche Wireless Access Points hier richtig selten und darum entweder nicht vorhanden, oder ungesichert (uninteressant) oder mit modernen WPA2 Keys ausgerüstet (d.h. nur brute force geht, eher witzlos). Die Suche nach einem Netzwerk ist fast schwieriger als den Key zu ergaunern. Ist das eigentlich illegal? Klar, Daten stehlen darf man nicht, aber die Daten interessieren mich ja gar nicht. Sobald ich den Key habe, bin ich nicht mehr interessiert. :) Es ist, als würde ich einen Schlüssel anschauen/in die Hand nehmen und dann aus dem Gedächtnis kopieren, um herauszufinden, ob ich das kann. Und dann schmeisse ich ihn weg.

Ausserdem habe ich mich fast mit dem Nachbarn/Wohnungsbesitzer verkracht, weil wir N.s Auto auf dem Parkplatz meines Hauses parkiert hatten (eine Nacht) und es es ein Missverständnis gab. Ich muss da noch mal nachfragen, wir sind uns nicht ganz klar, ob der Öpi am Schluss kapiert hat, was eigentlich los war und wer ich bin...

Als letztes war ich diese und letzte Woche viel Tango tanzen, bin N. übel auf die Zehen getreten und kann jetzt einigermassen Milonga tanzen. Das werde ich Samstag/Sonntag auch gleich feiern und auf Parties gehen.

Wednesday, March 12, 2008

Moved to tears

Eher nach Ikebukuro. Ich bin jetzt offiziell umgezogen, davon abgesehen, dass ich noch nicht bei den Behörden umregistriert habe. Eh, soviel zu offiziell. Nichtsdestotrotz wohne ich jetzt in einem kleinen, aber sehr schmucken Zimmer am anderen Ende der Stadt. Ich habe auch schon Vorhänge gekauft (40 cm zu lange, weil die halb so teuer wie die korrekt kurzen waren, oder die alternativen etwas (eher etwas mehr) hässlich gewesen wären). Mein zweites Fenster ist noch Vorhangslos, weil ich wirklich keine 2.30m Vorhänge vor ein 1.30m Fenster hängen wollte, und dasselbe Problem wie schon erwähnt auftrat. Mein neues Bett ist steinhart und an der Grenze zu "bequem", aber dafür deutlich geräumiger weil semi-double. Nicht, dass das wirklich helfen würde, denn jetzt wohne ich so nahe an N.s Arbeitsplatz, dass sie dauernd vorbeikommt. Nicht, dass mich das stören würde. Aber der Bierverbrauch ist schröcklich.

Ich habe ebenfalls kein Internet in meiner neuen Wohnung, und natürlich auch keine Wireless Netze in der Nähe. Werde mich bei Gelegenheit mal darum kümmern, ein paar Netze in den benachbarten Cafes zugänglich zu machen. Sonst gibt es wenig zu erzählen, das Wetter ist deutlich wärmer geworden, der Umzug verlief problemfrei und wahrscheinlich veranstalte ich in einer Woche oder zwei eine Wohnungseinweihungsparty. Befürchte nur, dass fast niemand kommt und wenn doch, dass das Sprachenkauderwelsch grauenhaft wird. Und Platz habe ich auch überhaupt keinen für mehr als etwa fünf Leute. Sitzen? Boden, hier, bitte sehr.

Ach ja, habe mir Würfel gekauft. Bady d10 für Vampire, einen d20 und minid6 in gold/bronze/silber für DnD. Auch diese Woche wieder sehr amüsantes Game. Der Spieler vom Paladin ist definitiv nicht der hellste und mein Vampir hat sich zur Freude aller hässlichst in die Nesseln gesetzt. Englisch als RPG-Sprache ist grossartig, kein Vergleich zu diesem scheusslichen Schweizerdeutsch! Nuancen, Vokabular, Akzente, Dialekte! Anstatt albern zu klingen (mich schon mal bernern gehört? Total lächerlich), funktioniert es wunderbar.

Weil mein HD-Platz so extrem limitiert ist und ich auch keine Backups machen kann, überlege ich mir, ob ich eine externe Disk kaufen will. 320 GB für 10'000 yen oder 160 GB für 14'000 yen, ersteres 3.5" mit externem Strom, zweiteres Notebook HD mit Strom per USB. Japanischer Stromstecker in der Schweiz wird etwas knifflig.

Tuesday, March 4, 2008

Home, Sweet Home

Ich habe eine neue Ausrede, warum ich so selten update: Kein Internet. Seit Montag ist mein Internet zuhause futsch, da ich diese Woche oder Anfangs nächste Woche umziehen werde. Ich wollte meinen Vertrag nicht für einen Monat verlängern, wenn ich nur eine Woche benutze. Mein ursprünglicher Plan war, in der neuen Wohnung ein Nachbars-Wireless zu nutzen. WEP und WPA sind ja komplett unsicher, darum sollte das nicht so schwierig sein. Aber als ich gestern meine Bücher zügelte und auf den Herren vom Gaswerk wartete (war übrigens eine Frau), öffnete ich mein Notebook um etwas die Gegend abzusuchen, und war zutiefst geschockt. Nicht, dass alles Netze verschlüsselt wären, ganz und gar nicht. Es gab kein Netz. Nicht ein einziges erreichbar, obwohl ich im höchsten Gebäude der Nachbarschaft wohne und somit guten Empfang für das halbe Quartier haben müsste. So eine Scheisse aber auch.

Nette, kleine Anekdote: Nachdem ich den Schlüssel für meine neue Wohnung in Empang genommen habe und wir (N. und ich) hingelaufen sind, hat sie mich mehrfach überrascht. Erstens hatte sie ein Massband dabei, an welches ich natürlich nicht gedacht hatte, aber viel besser: Kaum waren wir da, zückte sie einen Korkenzieher und eine Flasche Rotwein, drückte mir das in die Finger und packte einen Schafskäse aus.

Aber zum Titel des Posts. Der bezieht sich natürlich nicht auf meine neue Wohnung, hah! Sondern darauf, dass ich den kalten Entzug langsam spürte. Ich war schon kurz davor, mir die Fingernägel and den Wänden blutig zu kratzen, weil ich meine wöchentliche Dosis seit sechs Monaten vermisse. Von was ich rede? Natürlich von Rollenspielen! D&D, DSA, Midgard, Gurps, Hero, wasauchimmer! Letzte Woche habe ich mutig im Internet auf diversen Foren gepostet, dass ich in Japan sei und eine RPG-Gruppe suche. Und tatsächlich haben sich ein paar gemeldet. Diesen Sonntag war ich dann auch bei J. und K. zu besuch, ein Amerikanisches Paar mit vier kleinen Mädchen, und beide sind eifrige Rollenspieler und Gamemaster. Sonntag um eins war dann das DnD, geleitet von J., und um sechs Vampire Dark Ages, geleitet von K.

DnD: Genauer, ADnD, japp, das uralte teil. J. ist ein solider GM (mit einem ähnlichen Stil wie ich), die Story scheint interessant zu werden und die meisten Spieler sind ganz ok, wenn auch stark unterschiedlich in Erfahrung. Dazu komme ich gleich noch. Aber ADnD? Diese Regeln sind ja fürchterlich. Dagegen wirkt DSA 2 (vorletzte Edition) ja unglaublich modern. Die Hälfte der Würfelwürfe sind hoch, die andere niedrig. Einige skills sind auf d100, die meisten auf d20, criticals sind elend lange d100 Tabellen im Midgard-Stil, die sich auf eine WH40k Fahrzeugtabele zusammenfassen liessen: 1d6: 4+ You Die.
Mages dominieren alles (ausser Psioniker, die sind noch schlimmer), und die Hausregeln, die verwendet werden, sind ideal für Psioniker (Würfelwürfe modifizieren mit Fate Points -> dauernd "Psi-criticals" -> Psioniker unbesiegbar), sehr gut für Mages (keine Gebärden, keine Reagenzien, keine Worte, Sorceror-Style für alle) und quasi nicht hilfreich für alle anderen. Ich hätte einen Priester spielen sollen, aber die Klasse sagt mir nicht zu, also habe ich einen Mage gemacht. Bin nicht unglücklich mit der Entscheidung, aber Priester würde mir mehr zusagen. Aber in einer Selbst-bau Welt bin ich mit einem Priester einfach etwas schlecht bedient, wenn ich nicht mal meine eigene Gottheit kenne... Wo wir bei Göttern und Gruppenbau sind: Wir haben einen Paladin in der Gruppe. Arg. Miko Miyazaki aus Order Of The Stick lässt grüssen. Lawful Technically Not Evil. Aber Detect Evil auf jemanden zu verwenden (mich, nagativ natürlich) und den dann mit der Waffe anzugreifen? Naja, der Spieler ist ein Neuling, so wie ich das sehe. Soll ich ihn dazu bringen, mich abzumurksen und einen Priester machen? Stört mich wenig, aber kostet ihn alle seine Powers. Hähä.

Dann Vampire. K. ist ein traumhafter GM. Eine hochkomplexe Intrigengeschichte, an einem Namen kamen soviele Namen vor, dass ich kaum den Überblick behalten konnte, wer von denen überhaupt tot ist und wer nicht, und was die alles so machen. Habe mich aber unglaublich gut amüsiert, bis vier Uhr morgens. Maximillian Waldgrab, Childe of Albrecht, Childe of Glaburus of Rome lässt grüssen. Niemand kannte "Das Schwarze Loch", darum toller Name für meinen Charakter. Für Kenner: Ventrue, wir spielen um 1230. Im Gegensatz zu ADnD ist das alte Vampire-Regelwerk unglaublich modern. Einfache Regeln, aber viel Tiefgang, sehr clevere Interaktionen und exzellentes Design für Würfelwürfe. Schnell und unkompliziert.

Mit N. (einer der Mitspieler) dann noch zwei Episoden Rome geschaut (empfehlenswert), bis die ersten Züge fuhren. Sehr lustig war, dass N. afaik stark Gläubig ist (Christ) und sich doch tatsächlich darüber lustig machte, wie die alten Römer ihre Götter anbeteten. Konnte mir die "It's just like today." Antworten darauf natürlich nicht verkneifen. :) Kann nicht sagen, ob er den Seitenhieb verstanden hat. Bin mir aber ziemlich sicher, dass das von der Serie so geplant ist. Die Botschaft ist sehr wohl: "Denkt mal über eure Religion nach, das hier ist lächerlich, und es unterscheidet sich nur in Nuancen von modernen Kirchen."

Thursday, February 21, 2008

Wohnungen Teil 2

Meine Wohnungssuche neigt sich dem Ende zu, nicht primär darum, weil ich etwas supertolles gefunden hätte, sondern vielmehr, weil ich von der Sucherei genug habe. Alle bis jetzt gesehenen Möglichkeiten laufen auf exakt dasselbe heraus: Wenn ich weniger als 5000 Franken über 6 Monate ausgeben will (inkl. Deposit, Reinigung und Agency Fee, was locker 2000 davon ist), muss ich in einem Loch leben, sobald ich etwas über 5500 Franken gehe, bekomme ich schöne Wohnungen, die leider einfach etwas teuer sind.

Beispiele für Löcher:
- Direkt am Highway. Und mit "direkt", meine ich auch "direkt", ohne Umschweife. Wir reden hier von 10 Metern Luftlinie. Mit offenem Fenster kann man sich in der Wohnung nur schwerlich unterhalten, mit geschlossenem ist es nicht viel besser. Natürlich kein Doppelglas und/oder sinnvolle Isolierung oder ähnlicher Luxus.
- Erster Stock (darum etwas wenig Licht), einziges Fenster ziemlich klein (ein Quadratmeter oder so) und darum noch etwas weniger Licht. Ausserdem ist vor der Fenster eine Wand. Etwa 30 Zentimeter Distanz. Ich bräuchte definitiv keine Vorhänge um zu schlafen.
- An einem Bahndamm. Über den im Zehnminutentakt Züge fahren (pro Richtung) und somit etwa alle fünf Minuten ein durchdringendes DING-DING-DING-DING die Toten aus dem Schlaf reisst.
...

Nach langem Überlegen und sehr viel Kopfzerbrechen habe ich mich dann entschlossen, einfach etwas mehr Geld auszugeben, damit ich mich nicht soviel ägern muss. Man ist nur einmal Student, man ist nur einmal Austauschstudent und man ist nur einmal mit diesem Status in Japan. Höchstens. Ich rechne allen meinen Bekannten hier immer vor, dass es sich nicht lohnt, auf Filet zu verzichten und nur Nudeln zu Essen, wenn man dadurch im Laufe eines Jahres 2000 Franken sparen kann, wenn man nachher mit dem entsprechenden Abschluss in einer mehr Woche verdient als man sich mühsam erkämpft hat. Und dann halte ich mich selber nicht daran. Welch Hohn! Gut, zu meiner Verteidigung muss ich anmerken, dass ich nicht Geld sparen wollte, um Geld zu sparen (was der Schwabe hier tut), sondern eher darum, weil ich mir nicht sicher bin, ob mein Geld noch für den Heimflug reicht, wenn ich nicht etwas behutsam damit umgehe. ;)
Trotzdem: Ich habe jetzt die wahrscheinlich teuerste Wohnung genommen, die ich mir angesehen habe (aus etwa 15 Stück), aber anstatt in Kleinhünigen zu wohnen bin ich jetzt auf dem Bruderholz, meine Wohnung hat gigantische 16 Quadratmeter, ist im zweiten (obersten) Stock mit Balkon und Südlage, modernes Parkett, Küche und anständiges Bad. Ausserdem ist es kein "Mansion", sprich: Grosses Haus mit siebzig Einzimmerwohnungen, etwa so stilvoll und atmosphärisch wie ein Militärbunker, sondern ein kleines Häuschen mit nur zwei Wohnungen insgesamt mit einem etwas eigenartigen, aber sehr liebenswerten, Grundriss. Und ich kann von Ikebukuro aus gerade so laufen (15 Minuten). Vielleicht lege ich mir ein Velo zu, im Frühling/Sommer durchaus eine Überlegung wert, aber im Winter wäre mir das echt zu eklig gewesen, da bezahle ich lieber viel Geld für die Ubahn.

Und jetzt zu den Banken: Ich habe eine halbe Stunde damit verbracht, herauszufinden, was die IBAN der japanischen Bank ist, bei der ich die Miete entrichten muss. Das weiss hier keiner. Die haben einfach nicht genug Kontakt mit der Bankenwelt! Und als ich ein Konto eröffnen wollte, wurde mir erklärt, dass ich das erst könnte, nachdem ich ein halbes Jahr hier gelebt hätte. Wie bitte? Und wie bezahlt der nicht-Austauschstudent denn seine Miete, wenn er das nicht kann? Und warum hatten meine Freunde das Problem alle nicht? Pfff. Dann gehe ich halt zur nächsten Bank. Wenn Ihr mein tolles Schweizer Geld nicht wollt, dann geb ichs euch auch nicht! Lantürnich!

Monday, February 11, 2008

Comiket

Ja, ich war um Neujahr am Comiket, aber ich hatte keine Zeit, darüber zu schreiben.

Wohnungsnot

Wie die meisten wissen sollten, bleibe ich definitiv nochmal ein halbes Jährchen. Mein Flug wäre gestern gewesen, ich habe ihn storniert (und lausige 177 Franken zurückbekommen von einem 2200 Franken Flug...), eventuell bezahle ich sogar beim Neubuchen nochmal 200 Franken drauf, aber lieber bezahle ich etwas mehr, als dass ich mich zweimal von der selben Firma betrügen lasse. JAL und KLM wären das. Ob andere Fluggesellschaften ähnliche Tricks abziehen, weiss ich nicht, und es interessiert mich auch wenig, aber die zwei gehören mit Klagen in den USA überzogen.

Aber aktuell habe ich andere Sorgen. Mein Wohnheim schmeisst mich am 23.3 raus, weil man hier maximal ein halbes Jahr bleiben kann, ausser, man hat nur ein halbes Jahr angemeldet, dann kann man natürlich nicht auf ein ganzes Jahr verlängern wie diejenigen, die einfach mal zuviel auf den Vertrag geschrieben haben. Sehr japanisch. Darum brauche ich bei Gelegenheit eine neue Wohnung. Es gibt ein paar Eigenheiten hier zu diesem Thema. Japaner ziehen selten um und sind sehr sesshaft. Der Ausländer mag sich wundern, weshalb das so ist, aber nach kurzer Wohnungssuche wird das sehr klar. Als erstes gibts keine Internetseiten wie Homegate.ch oder Inserateseiten in den Tageszeitungen. Wie vermietet man also seine leerstehende Wohnung? Man beauftragt eine Wohnungsvermittlungsfirma. Diese verlangt dann für die Vermittlung vom Neumieter (!) eine volle Monatsmiete, für eine Einzimmerwohnung in durchschnittlicher Lage mit Studentenkonfort (WC/Dusche vorhanden, 16 Quadratmeter) ist das etwa 60'000 yen. Als ob das nicht genug wäre, verlangen viele Vermieter zusätzlich noch Schlüsselgeld (15'000 yen), eine bis drei Mieten Vorschuss und als ultimative Dreistigkeit einfach so nochmal eine bis drei Mieten als Geschenk. Bei nur fünf Monaten Mietzeit sind fällt natürlich jede zusätzliche Monatsmiete direkt als 20% Aufpreis ins Gewicht. Die Japaner sind dabei, eine Mietrechtreform durchzuführen (warum wohl... kann ich mir kaum erklären...) und diesen Quatsch abzuschaffen, aber für mich ists grauenhaft. Teure Mietzinse sind ja eines, aber dann nochmal 2000 Franken einfach so auf den Tisch zu legen finde ich nicht witzig.
Amüsantes Fact: In Tokyo haben fast alle Wohnungen keine Heizung, sondern nur einen Airconditioner mit Heizfunktion. Und schlecht isoliert ist auch standard. Da könnte man soooo viel Energie sparen.

Heute gesehene Wohnungen:
- Tatamiboden, 16m^2, keine Heizung in irgendeiner Form, Waschmaschine gibts auch nicht, Erdgeschoss, Hauchdünne Wände, Lage bestenfalls erträglich, Dusche und WC quasi im Gang: 66'000 yen.
- Erster Stock, seltsame Eckform (wie da ein Bett und ein Tisch gut passen soll ist mir schleierhaft, darum steht sie wohl leer), aber dafür modernes Badezimmer, Minikühlschrank vorhanden (Minibars im Hotel sind meist grösser), 75'000 yen, Vorausschuss mitlerweile von 2 Monaten auf null reduziert, sehr hübsche Lage (ruhig, aber zwei Strassen weiter Shôtengai), aber etwas Abseits, zur Zeit Favorit 1. Frage mich nur, warum mir der Makler diese Wohnung so uuunglaublich schmackhaft machen wollte. Waschmaschine beim Bahnhof...
- Unspektakuläres Zimmer im dritten Stock, Haus wahrscheinlich in der Edozeit gebaut, Infrastruktur seeehr am Limit, ausser einer Sache: Die Toilette ist ein japanisches Original, d.h. ein Loch im Boden. Ohne mich, ich will sitzen beim Scheissen!
- 14m^2 im zweiten Stock, Licht in etwa so gut wie ein Kellergeschoss mit ehemaligem Kohle-Loch, Fenster ohne jegliche Isolation und ein Badezimmer mit sage und schreibe weniger als zwei Quadratmetern. Das heisst das Waschbecken ist schräg über der Duschwanne montiert und vor dem WC hat es weniger als 30 Zentimeter Freifläche. Selbst der Makler hat scheel geguckt. Lage anständig.
- Einzimmerwohnung im sechsten Stock (ja, ca siebzehnhundert Nachbarn) mit Südlage, brauchbare Grösse, ebenfalls Minikühlschrank vorhanden und eventuell könnte ich den Tisch vom Vorgänger übernehmen (der steht zwar in der Wohnung im Vierten, aber abgeschlossen waren die alle nicht und sowas ist schnell transportiert), was mir ein bisschen was sparen würde, aber ein kleiner Nachteil gibts auch hier: Teuer, teuer, teuer. 74'000 yen, und insgesamt sind etwa 200'000 yen beim Einzug fällig (eine Miete an den Makler, eine Miete hinterlegen, restliche 50'000 entschwinden einfach so). Hätte aber Münz-Waschmaschine im Haus. Favorit 2. Habe der Maklerin erklärt, dass ich grosses Interesse hätte, aber mir diese Beträge einfach nicht leisten können. Glatt gelogen, ich kann schon, ich will nur nicht :) Sie hat erwartungsgemäss damit reagiert, dass sich da wahrscheinlich was machen liesse.
- Riesiges Zimmer (fast 20 Quadratmeter) mit riesigem Badezimmer (30% grösser als das in Zürich) und breitem Gang für läppische 60'000. Wenn die Fenster nur etwas besser gegen Kälte (und Lärm) isoliert wären. Und vor besagtem Schalldurchlässigen Fenster nicht ein Highway wäre... Sehr schade, dass da bei den Fenstern gespart wurde, mit Doppelglas und anständigen Rändern könnte man diesen Highwaylärm locker ausblenden. Dann wäre die Wohnung allerdings sicher teurer als ich bezahlen könnte ;)

Ich habe bei der Uni mal angefragt, ob die auch ein Büro haben, welches bei solchen Dingen hilft (und mir dann eine Maklergebühr von 700 Franken spart, das wäre schon viel wert), aber noch keine Antwort erhalten. Nicht sonderlich unerwartet, heute war Feiertag.

Nachher mit N. Essen und Karaoke gegangen. Zum Glück habe ich eine Japanerin, sonst wärs noch schlimmer.

Und gestern hatten wir ein kleines Erdbeben hier. Nicht weiter beunruhigend. Aber wenn man im Bett liegt und sich denkt: "Eigentlich sollte ich mich wo anders hinstellen, aber es schwankt nur ein bisschen und draussen (Bezug: Bett/Bettdecke) ists schweinekalt..." wirds gefährlich. Aber wir hatten hier auch 10 Zentimeter Schneee mitten in der Stadt und in meinem Zimmer war es so kalt, dass ich meinen Atem sehen konnte. Habe ich schon erwähnt, dass ich zur Zeit öfters im Starbucks als zu hause bin? Die haben nämlich eine Heizung!

Wednesday, January 23, 2008

Spass mit Viren

Ich komme zum Schluss, dass ich nicht einfach nur gestresst bin, sondern höchstwahrscheinlich etwas aufgelesen habe. Ziemlich genau zwei bis drei Stunden nachdem ich ein etwas fragwürdiges Sandwich (ein Nikuman) am Montag gegessen habe, gehts mir nicht gut. Betroffen ist nur meine Verdauung, sonst gehts mir einigermassen gut. Aber wer mich kennt, weiss, dass ich auf Magen/Darm-Symptome immer mit allen möglichen anderen Symptomen reagiere. Und eigentlich habe ich am Wochenende volles Program und wollte einen Ausflug machen. Jetzt bin ich natürlich verunsichert. Grossartig.

Nachtrag: Wahrscheinlich habe ich etwas schlechtes gegessen und gleichzeitig ein angegriffenes Imunsystem gehabt und darum gings mir drei Tage nicht gut. Ich habe mich erholt und ein tolles Wochenende in Yokohama (zu zweit) verbracht, Haifischflossensuppe gegessen und wunderbar Tango getanzt.